Vg Wort Druckkostenzuschuss Dissertation Meaning

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Der im Verlagswesen gebräuchliche Begriff Druckkostenzuschuss (frühere Schreibweise: Druckkostenzuschuß) ist ein nicht eindeutig abgegrenzter Terminus. Er kann für die Erstellung einer Buchveröffentlichung einen Zuschuss umfassen in Form:

  1. einer anteiligen oder vollständigen Übernahme der Kosten nur für den Druck[1][2][3]
  2. einer Übernahme sämtlicher Kosten, auch jener, die über den Druck hinausgehen[3]
  3. einer Übernahme sämtlicher Kosten für die Erstellung inklusive einer zuvor einkalkuliertenGewinnspanne für den Hersteller[1][2][3][4]

Im Zeitalter der digitalen Publikation wird anstelle von "Druckkostenzuschuss" häufig von einer "Publikationsgebühr" gesprochen.

Die Uneindeutigkeit des Begriffs resultiert nicht zuletzt auch daher, dass die Kosten für Druckerzeugnisse allein wegen der seit Mitte des 20. Jahrhunderts dafür einsetzbaren Druckverfahren wie Bleisatz-, Offset- und Digitaldruck erheblich variieren können und eine Kalkulation damit nicht einheitlichen Voraussetzungen unterliegt. Zudem wird die (anteilige) Übernahme dieser Kosten in der Regel jeweils projektbezogen ausgehandelt. Kostenvoranschläge dazu sind nicht wie bei den Self-Publishing-Plattformen im Vorfeld z. B. anhand transparent detaillierter Tabellen zu entnehmen und somit untereinander auch nicht vergleichbar.

Jong-Rak Shin zitiert in seiner Dissertation[3] hierzu Eduard Schönstedt aus Der Buchverlag,[5] wonach dieser angesichts derart unterschiedlich umfangreich zu leistender Zuschüsse zwischen „Druckkostenverlag“, „Herstellkostenverlag“ und „Selbstkostenverlag“[6] unterscheidet.

Abgrenzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuschussnehmer/-geber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhoben wurden und werden diese als „Druckkostenzuschuss“ bezeichneten Zuschüsse von Verlagen oder anderen Unternehmensformen, die

Geleistet wurden und werden diese als „Druckkostenzuschuss“ bezeichneten Zuschüsse:

Rechtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Finanzen in Österreich hat entschieden, dass von dritter Seite (z. B. durch Stiftungen) geförderte Druckkostenzuschüsse künftig genauso wie von Autoren geleistete Druckkostenzuschüsse dem vollen Umsatzsteuersatz unterliegen sollen. (Gültig ab der Veröffentlichung im Bundessteuerblatt, falls der Verleger-Ausschuss des Börsenvereins nicht davor Widerspruch veranlasst, unterstützt vom Hochschulverband mit einer Stellungnahme eines Ordinarius für Steuerrecht.)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. abWelche Verlage und Literaturagenten wir Ihnen empfehlen können Literatur-Café-Redaktion, 23. Januar 2009
  2. abArmin Ayren: Das Geschäft mit den Dichtern. In: Die Zeit, Nr. 48/1975, 21. November 1975, abgerufen am 3. Februar 2013.
  3. abcdeSiehe Seiten 21 u. 22 in: Jong-Rak Shin: Selbstverlag im literarischen Leben des Exils in den Jahren 1933-1945; Dissertation, Juni 2007, PDF-Datei mit 220 Seiten (793 kB)
  4. ↑Gemma Pörzgen: Doktor Digital – Die eigene Dissertation in einem Verlag unterzubringen, verschafft ihr Prestige. Doch das Internet ist preiswerter und schneller. Digitales Publizieren hängt auch vom Fach ab. online in Der Tagesspiegel vom 18. Februar 2014
  5. ↑Eduard Schönstedt: Der Buchverlag, Stuttgart 1991, S. 60–62.; siehe Seite 21 u. 22, Fußnote 44 bei Jong-Rak Shin: Selbstverlag im literarischen Leben des Exils in den Jahren 1933-1945
  6. ↑Siehe auch Gebrauch des Begriffs „Selbstkostenverlag“ in Hans Natonek: Selbstkostendichtung, Die Weltbühne im 25. Jahrgang, Zweites Halbjahr 1929, online über das Internet Archive
  7. abVerlagswörterbuch – D des Autorenhaus Verlags: „Druckkostenzuschussverlag: Fälschlicherweise gebrauchter Begriff für Unternehmen, die sich vom Autor dafür bezahlen lassen, dass sie sein Werk drucken, aber meist weit mehr als einen Zuschuss zu den Druckkosten nehmen. ^Dienstleisterverlag ^Pseudoverlag ^Vanity Press.“, online abrufbar unter autoren-magazin.de
  8. Verlagswörterbuch – Z des Autorenhaus Verlags: „Zuschussverlag, ^Druckkostenzuschussverlag“, online abrufbar unter autoren-magazin.de
  9. Verlagswörterbuch – P des Autorenhaus Verlags: „Pseudoverlag: Unternehmen für vom Autor bezahlte Drucke. Praktiziert die Umkehrung des Verlagsprinzips: Nicht der Verlag legt vor (Wortursprung von Verlegen), sondern der Autor. ^Vanity Press, auch als ^Druckkostenzuschussverlag bezeichnet. Üblicherweise werden die Bücher solcher Unternehmen kaum im Buchhandel angeboten. (Zulässige Aussage lt. OLG München Az 6 U 2250/09)“, online abrufbar unter autoren-magazin.de
  10. Begriffsbestimmung: Verlag, Druckkostenzuschussverlag/Selbstzahlerverlag, Pseudoverlag (Memento vom 30. März 2014 im Internet Archive), Aktionsbündnis für faire Verlage
  11. ↑Siehe Seite 99 in: Hans Widmann: Tübingen als Verlagsstadt, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1971 ISBN 3-16-933021-7

Druckkostenzuschuss und Honorar

Welche Bestandteile umfassen Angebote zur Publikation einer Dissertation in der Regel und worauf müssen Sie achten, wenn Sie Ihre Arbeit veröffentlichen wollen?

Druckkostenzuschuss

Bei Dissertationsveröffentlichungen in einem wissenschaftlichen Fachverlag ist ein Druckkostenzuschuss notwendig. Eine Ausnahme bilden hier einige sogenannte Dissertationsverlage, die einem anderen Geschäftsmodell folgen. Diskutiert wird im folgenden die Situation bei typischen renommierten Fachverlagen, die neben Dissertationen auch Fach- und Lehrbücher herausgeben.

Die Höhe des Druckkostenzuschusses

Die Höhe bemisst sich zum einen nach den vom Verlag kalkulierten Kosten, zum andern ist häufig der Umfang ausschlaggebend. Die Zuschüsse richten sich dabei oft nach dem Umfang in Druckseiten. (Bei der Kalkulation sind unbedingt die Zeichenzahl je Seite inklusive Leerzeichen zu beachten, es darf nicht auf der Grundlage von Manuskriptseiten gerechnet werden!)

Aus Verlagssicht ist es wichtig festzuhalten, dass der kalkulierte Druckkostenzuschuss in der Regel genau das ist: ein Zuschuss zu den Druck- bzw. Herstellkosten. Damit ist keineswegs die komplette Produktion einschließlich aller Grafik-, Buchbinde-, Material-, Druck- und ähnlicher Kosten abgedeckt. Und schon gar nicht die sogenannten Gemeinkosten – weder die Kosten für die Verwaltung eines Titels (Vergabe von ISBN, Barcode, Datenbankpflege in den einschlägigen Verzeichnissen wie VLB – Verzeichnis lieferbarer Bücher -, Einpflegen von Texten auf den zentralen Plattformen, den Verlagsverzeichnissen usw.), noch die allgemeinen Kosten für Werbung und Vertrieb sowie für Büromiete und Gehälter – Kosten, die alle über den Verkauf von Büchern eingespielt werden müssen.

Bücher zu verlegen, die ausreichende Umsätze erwirtschaften, sodass Druckkostenzuschüsse obsolet sind, ist für das Verlagswesen im eigentlichen Sinne das Ziel. Dass Bücher auch mithilfe von Subventionen auf die Welt kommen, liegt daran, dass Wissenschaft und Wirtschaftlichkeit nicht immer deckungsgleich sind.

Verhandlungsspielraum beim Druckkostenzuschuss

Wenn ein Verlag ein Angebot mit Druckkostenzuschuss vorlegt, wird für Sie wenig Verhandlungsspielraum vorhanden sein: Der Verlag wird sich kaum bewegen lassen, auf den Zuschuss zu verzichten oder ihn wesentlich zu senken. Es gibt eine Reihe von Fördertöpfen, angefangen bei der VG-Wort – die immer als Erste gefragt werden sollte, da sie keine Anträge prüft, die anderweitig bereits abgelehnt wurden – über die Stiftungen des Deutschen Stifterverbandes bis hin zu Unternehmen und Organisationen. Vielleicht stellt sich heraus, dass ein Unternehmen eine größere Stückzahl Ihres Buches zu kaufen bereit ist. Das könnte die Kalkulation insgesamt entlasten. Weiterhin gilt es, sich genau umzuschauen.

Autorenhonorar

Nicht jede Publikation kann ein Honorar erwirtschaften. Kalkulationen, wie reguläre Dissertationskalkulationen, die nur mit Hilfe von Zuschüssen überhaupt zur Deckung gebracht werden können, werden schwerlich ein Honorar berücksichtigen können.

Wenn Honorare vereinbart werden, ist es in der Wissenschaft anders als z. B. im Sachbuchbereich üblich, Erfolgshonorare zu zahlen. Diese orientieren sich an der Zahl der verkauften Exemplare und beziehen sich auf die tatsächlich erwirtschafteten Umsätze.

Unabhängig davon, ob eine Honorarausschüttung ab dem ersten verkauften Exemplar vorgesehen ist, sollten Honorare ab einer bestimmten verkauften Zahl von Exemplaren möglich sein. Wenn Ihnen das wichtig ist, könnten Sie mit dem Verlag entsprechend verhandeln. Einige Verlage sind bereit, Ihnen z. B. ab dem 501. verkauften Exemplar ein Honorar zu zahlen, andere ab einer möglichen 2. Auflage. Wieder andere mögen sich strikt weigern. Sie können selbst entscheiden, ob das für Sie ein K.o.-Kriterium ist.

Dissertationsverlage

Eine Veröffentlichung ohne Druckkostenzuschuss ist schwierig, aber möglich, wenn eine der beiden folgenden Vorrausetzungen erfüllt sind (Ergänzung vom Herausgeber):

  1. Sie haben die unter hunderten Dissertationen herausragende verfasst, welche für einen großen Interessentenkreis (ca. > 1000 verkaufte Bücher) interessant ist.
  2. Sie wählen einen Verlag, der über weniger wissenschaftliches Renommee verfügt, dafür aber auf einen Druckkostenzuschuss verzichtet. Hier gibt es einzelne Verlage, die auf einen Druckkostenzuschuss verzichten. Die Druckqualität ist in aller Regel trotzdem hochwertig. Der Verlag bestimmt Cover und Papierart. Lassen Sie beispielsweise ein Hardcover über den preisgünstigen Diplomica Verlag in Digitaldruck herstellen, ist die Qualität sehr ansprechend. Ihr Buch wird dann auch über Libri, Amazon und in der Buchhandlung um die Ecke zu kaufen sein. Sie zahlen keinen Druckkostenzuschuss, sollten aber genau darauf achten, was ein Autorenexemplar der Dissertation kostet. Die Autorenexemplare werden wahrscheinlich etwas teurer sein als bei einem Verlag, der einen Druckkostenzuschuss verlangt. Lassen Sie sich eventuell zwei Angebote von unterschiedlichen Verlagen unterbreiten und vergleichen Sie die Kosten genau.

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